Fahrabzeichen 12/2014
Meißenheim (mf)
Nachdem zu Beginn der 1970er Jahre das Fahren mit einem Pferdegespann mehr und mehr das Interesse einer breiten Bevölkerungsschicht weckte, war damit natürlich auch die Notwendigkeit verbunden das Fahren mit einem Pferdegespann auch in fundierter Weise zu erlernen. Zumal der Gesetzgeber in der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) festgelegt hat, dass der Gespannfahrer körperlich und geistig in der Lage sein muss, die Pferde zu beherrschen. Er muss die nötige Erfahrung und Geschicklichkeit besitzen, um ausreichend auf die Pferde einzuwirken. Eine Prüfung für Gespannfahrer ist im privaten Bereich bisher nicht vorgeschrieben. Sie kann aber als Nachweis der Eignung dienen. Beim Abschluss einer Haftpflichtversicherung wird bereits vielfach eine entsprechende Befähigung gefordert. Solch ein Eignungsnachweis kann die Absolvierung eines mehrwöchigen Vorbereitungskurses mit anschließender Abschlussprüfung zum Erwerb des Deutschen Fahrabzeichen darstellen. Solch ein Lehrgang fand in den vergangenen 12 Wochen bei den Pferdefreunden Meißenheim e.V. unter der Leitung von Wolfgang Lohrer, dem Bundestrainers der Zweispänner-Gespanne statt.

Während die praktischen Fahrübungen im Bereich des Dressur- und des Hindernisfahrens auf dem Vereinsterrain der Pferdefreunden Meißenheim e.V. stattfanden, waren beim Erlernen der korrekten Teilnahme am Straßenverkehr sämtliche Dorfstraßen der pferdefreundlichen Gemeinde Meißenheim die geeignete Ausbildungsstätten. Begleitend zu dieser praktischen Ausbildung fand zwei Mal wöchentlich ein theoretischer Unterricht statt. Hier vermittelte Wolfgang Lohrer seinen Schülerinnen und Schülern am „Fahrlehrgerät“ die entsprechenden Leinengriffe. Über diese „Trockenübungen“ hinaus unterwies Wolfgang Lohrer seine Schützlinge außerdem in der „Geschirrpflege“, erläuterte die „Achenbach’sche Kreuzleine“, die auch als das Herzstück des Achenbach’sche Fahrsystems bezeichnet wird. Natürlich gehörten auch das Exterieur der Pferde, Pferdekrankheiten, Tierschutzgesetz und einiges mehr zur theoretischen Ausbildung. Alle diese Kenntnisse wurden im praktischen Teil des Fahrlehrganges sowohl während wie auch vor und nach dem Fahren am lebenden Pferd vertieft.

Im Rahmen einer mehrstündigen Prüfung aller theoretischen und praktischen Kenntnise prüften am vergangenen Samstag und Sonntag die FN-Richter Bettina Rigbers-Böhnisch (Donaueschingen), Annette Heger (Forst) und Rolf Saar (Sinzheim) als von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung beauftragte Examinatoren die Lehrgangsteilnehmern auf das erworbene theoretische und praktische Wissen und überreichten am Ende der Prüfung die Urkunde als Befähigungsnachweis zum selbständigen Führen und Lenken eines Pferdegespannes verbunden mit der Ausgabe des begehrten Fahrabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Das Deutsche Fahrabzeichen der Klasse V erhielten: Iris Keller (Müllheim), Svenja Krämer (Willstätt), Andrea Richter (Mühlacker), Thomas Diebold (Mietersheim), Andreas Haas (Ichenheim), Thomas Hönig (Tiefenbronn), Daniel München (Mönsheim), Trudbert Riether (Mahlberg), Hermann Scherrmann (Ottenheim) und Walter Stolz (Ottenheim).

Das Deutsche Fahrabzeichen der Klasse III (Bronzene Fahrabzeichen für Vierspänner) erhielt: Mark Tröscher (Freiamt)

Das Deutsche Fahrabzeichen der Klasse II (Silbernes Fahrabzeichen für Zweispänner) erhielt: Monika Fleig (Sulz)

Das Deutsche Fahrabzeichen der Klasse II (Silbernes Fahrabzeichen für Einspänner) erhielten: Inge Frenk (Ottenheim) und Martin Frenk (Ottenheim)

   
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